Bildung: Weniger Kinder, neue Herausforderungen
Der Bildungsbericht 2026 attestiert der Schweiz grundsätzlich ein starkes Bildungssystem. Allerdings haben nicht alle Kinder dieselben Chancen auf die bestmögliche Laufbahn. Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und schwankende Schülerzahlen forcieren den Reformbedarf.
Am 23. März 2026 ist der neue Bildungsbericht erschienen. Über 400 Seiten zeigt dieser auf, was gut funktioniert und wo die Herausforderungen liegen. Fazit: Das Schweizer Bildungssystem bleibt grundsätzlich stark, steht indes vor einem demografischen Wandel. In der Primarstufe werden ab 2026 deutlich weniger Kinder erwartet; mittelfristig müssen die Kantone und Gemeinden ihre Klassen- und Personalplanung anpassen. Bereits im Oktober 2025 hatte das Bundesamte für Statistik (BFS) die neuen Szenarien publiziert: Demnach sollen die Schülerzahlen auf der Primarstufe ab 2027 voraussichtlich sinken. Zwischen 2025 und 2034 rechnet das BFS mit einem Rückgang um 7 Prozent. Während in den vergangen Jahren oft ein Lehrermangel zu beklagen war, brauche es deshalb künftig weniger Lehrpersonen in der Primarschule.
Herausforderung Chancengleichheit
Gleichzeitig bestehen grosse Unterschiede zwischen den Kantonen, etwa bei Übergängen, Beurteilung und Schulorganisation. Für Familien und Lernende bleibt damit die Frage wichtig, wie fair Bildungswege tatsächlich sind. Besonders relevant ist auch die Frage der Chancengerechtigkeit. Kinder mit unterschiedlichen sozialen und sprachlichen Voraussetzungen hätten je nach Bildungsweg weiterhin nicht dieselben Voraussetzungen, etwa beim Eintritt ins Gymnasium oder beim Übergang in die Tertiärstufe.
Herausforderung Digitalisierung
Hinzu kommen rasante digitale Veränderungen. Wenig überraschend sieht der Bericht Künstliche Intelligenz und andere technologische Entwicklungen als Faktoren, die das Lernen und Arbeiten verändern werden. Deshalb braucht es nach Ansicht der Autorinnen und Autoren weiterhin verlässliche Daten und eine Bildungspolitik, die Entwicklungen früh erkennt und darauf reagiert.
«Mit dem Bildungsbericht 2026 liegt eine umfassende und aktuelle Grundlage vor, um die Weiterentwicklung des Schweizer Bildungssystems faktenbasiert zu gestalten», schreibt das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).